Stiftungsdirektor Günter Jehl begeistert Fünftklässlerinnen der DJDS mit Spurensuche rund um ein berühmtes Relikt
Amberg, 02. März 2026
„Ich fühle mich noch wie daheim bei euch“, erzählte Stiftungsdirektor Günter Jehl die Fünftklässlerinnen. Er war ja fünf Jahre lang Schulleiter der Dr.-Johanna-Decker-Schulen und somit der Vorgänger von Hans Kistler, der ihn herzlich begrüßte. Nach wie vor nimmt sich Herr Jehl jedes Jahr in den Wochen vor Ostern Zeit, um in den fünften Klassen Informationen zum Turiner Grabtuch vorzustellen.
Auch dieses Jahr war er am Montagvormittag, 2. März 2026, in Amberg. Jeweils 90 Minuten hielt er zunächst einen Vortrag in den Klassen G5ab und dann in den beiden fünften Klassen der Realschule. „Vortrag“ trifft es allerdings nicht genau: Die Schülerinnen wurden eher aufgefordert, ein Rätsel zu lösen: Herr Jehl hatte eine Kopie des Turiner Grabtuchs dabei, die in Originalgröße von über vier Metern Länge in der Hauskapelle hing. Die faszinierten Fünftklässlerinnen leisteten Detektivarbeit. Schnell wurde erkannt, dass man die Abdrücke eines Gesichts und Blutspuren auf dem Tuch entdecken kann: Diese dunklen Flecken würden zu den Wunden Jesu an den Handgelenken, an den Füßen und an der Seite passen. Man kann nur erahnen, welche Schmerzen es sind, wenn man Nägel durch die Hand gejagt bekommt und es ist schwer zu verstehen, wie Menschen anderen Menschen solche Schmerzen zufügen können.
Außerdem entschlüsselte eine Schülerin Brandflecken auf dem Tuch, die vermutlich beim Feuer in der Kapelle Chambery 1532 entstanden sind, wo auch geschmolzenes Silber von der Aufbewahrungstruhe auf das Tuch tropfte. Voraussichtlich wird es erst im Heiligen Jahr 2033 wieder die Gelegenheit für Wallfahrer geben, das Original zu besichtigen.
Manche Wissenschaftler zweifeln die Echtheit des Tuchs an, das heute in einer Kapelle im Turiner Dom aufbewahrt wird. Günter Jehl trug Passagen aus dem Passionsbericht des Johannes-Evangeliums vor. Die Schilderungen des „Lieblingsjüngers von Jesus“ passen genau zu den Flecken: So waren beispielsweise Jesus´ Beine nicht gebrochen, was untypisch für Kreuzigungen zur damaligen Zeit war.
Die Pause nutzten etliche Mädchen, um die Kopie des Grabtuchs aus nächster Nähe anzuschauen. Als Andenken an diese „religiöse Detektivarbeit“ erhielten die Schülerinnen von Günter Jehl zum Abschluss ein fotografisches Negativ, auf dem man Jesus‘ Gesicht deutlich erkennen kann.
Quelle: Das Turiner Grabtuch im Unterricht – Dr-Johanna-Decker-Schulen
Text/Fotos: Simone Kurbjuweit, DJDS Amberg
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