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Im Rahmen einer Europatournee verbrachte das Blasorchester des Blue Lake Fine Arts Camp aus Michigan, USA, ein Wochenende in Bayern und trat in der Oberroninger Sporthalle auf.

Ein musikalischer Hochgenuss und praktizierte Völkerverständigung fand am vergangenen Freitag an der Oberroninger Realschule statt. 56 junge Amerikaner von der Blue Lake International Symphony Band gaben ein Konzert an der Realschule. Fritz und Gretchen Stansell gründeten vor 60 Jahren dieses Sommercamp am Lake Michigan mit dem Ziel, junge Leute für die „Schönen Künste“ zu begeistern, zu sensibilisieren und dabei den Geist der Völkerverständigung, für Freundschaft und Frieden in den Mittelpunkt zu rücken und weiterzugeben. Schon vor 23 Jahren hat Konrektor Wolfgang Maier den Kontakt hergestellt. Seitdem haben die hochbegabten Musiker im Rahmen ihrer Europatournee immer wieder Station in Oberroning eingelegt.

Bereits am Freitag waren die jungen Musikerinnen und Musiker zwischen 13 und 15 Jahren nach ihrer langen Reise aus Frankreich angekommen. Bevor sie ihre Reise am Montag über Belgien am 10. Juli wieder in die USA zurückführt konnten sie am Sonntag Land und Leute kennenlernen.

Der Samstagabend startete für Gäste, Gastgeber und alle Kozertbesucher mit einem „meet and greet“. Im Foyer der Realschule erwartete sie ein liebevoll vorbereitetes Willkommensbuffet. Der „Independence Day“, der am 4. Juli in den Vereinigten Staaten begangen wird, bildete den richtigen Rahmen für das Festkonzert in der Sporthalle. Natürlich wollten auch die Gasteltern, die sich über das Wochenende um die Besucher kümmerten, „ihre“ Amerikaner hören.

Ein besonderer Gruß des Schulleiters Norbert Hintermeier galt den Gästen aus den USA mit ihrem Leiter David Leach, den Vertretern von Politik und Gesellschaft mit Bürgermeister Lauri Seidl an der Spitze sowie Thomas Dambacher von der Nardini Realschule. Hintermeier dankte besonders den Gasteltern, sowie dem Cheforganisator Wolfgang Maier, der mit Unterstützung von Schulsekretärin Susanne Hirthammer das Event hauptsächlich vorbereitet hatte.

Das Orchester, das aus talentierten und begeisterten jungen Musikern besteht, spielte ein breites Repertoire an traditionellen und zeitgenössischen Blasorchesterwerken. Als Geste an das Gastgeberland eröffnete es den Abend mit der deutschen Nationalhymne.

In zwei imposanten 60 Minuten brachten die „Blue Laker“ die Halle im Big-Band-Sound sprichwörtlich zum Beben. Es erklangen Stücke wie „Raiders March“ von John Williams, „Deep River“ von Benjamin Horne oder „Childrens March“ von Percy Grainger mit der Grundmelodie „Alle meine Entchen“. Den musikalischen Kontrast bot die gefährliche Reise zum Gipfel des „Mont Blanc“ von Otto M. Schwarz. Statt des Dirigenten David Leach durfte auch Konrektor Wolfgang Maier, seines Zeichens Leiter der Kolpingblaskapelle Landshut, bei der Zugabe „The Stars and Stripes Forever“ das Orchester leiten. Das Konzert endete nicht ohne eine weitere spezielle Einlage, in der die Musiker zeigten, dass sie nicht nur ihre Instrumente hervorragend beherrschen, sondern auch einen Segenswunsch im sauberen vierstimmigen Satz singen können. Tosender Applaus belohnte die Gastmusiker für dieses erstklassige Konzert.

Dann kam der Zeitpunkt des gegenseitigen Bedankens und Beschenkens. Als ganz besonderes Blue Lake Geschenk brachten die Amerikaner vier Stipendien für einen Kurs in Michigan mit. Und um zu zeigen, wie sehr die Gastgeber ihre Gäste in der kurzen Zeit ins Herz geschlossen hatten erhielt die Musikerinnen und Musiker ein kleines Lebkuchenherz. „Die bayerische Aufschrift lasst ihr euch von euren Hosts übersetzen“ erklärte Maier den überraschten und gerührten Gästen.

 

Gründung:

Das Blue Lake Fine Arts Camp wurde ja kurioserweise von einem deutschen Auswanderer ins Leben gerufen: Ludolph Arens aus Mainz gründete 1922 in Wisconsin eine „Kunst Kolonie“ in der auch sein Enkel Fritz Stansell, der Gründer des Blue Lake Fine Arts Camp, seine Sommer verbrachte. Ludolf Arens komponierte auch und das Orchester interpretierte sein im romantischen Stil gehaltenes Stück „Canterbury Lane“.

 

Text/Fotos: RS Oberroning

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